PNP vom Samstag, 1. Dezember 2001 Lokalteil Pocking

Mit über 80 Jahren im Dauereinsatz für die Feuerwehr

Das Kößlarner Ehepaar Berta und August Güth ist für die Kameraden immer zur Stelle - FFW bedankt sich mit einem Weihnachtsstern

Kößlarn (rm). Seit mehr als 20 Jahren sind sie zur Stelle, wenn's brennt - und nicht nur dann: Berta und August Güth, beide über 80, sind für die Feuerwehr Kößlarn zu jeder Tages- und Nachtzeit im Einsatz. Als kleines Dankeschön für die tatkräftige (Nachbarschafts- ) Hilfe hat das Ehepaar jetzt von der Feuerwehr einen PNP-Weihnachtsstern bekommen.

Die Kößlarner Feuerwehr liegt Berta und August Güth am Herzen. Für sie rücken sie jederzeit aus - ob bei Tag oder Nacht, bei Regen oder Schnee. Sobald die Sirene am Feuerwehrgerätehaus in der Münchhamer Straße geht, hat es das Ehepaar, das direkt daneben wohnt, brandeilig. Noch bevor die Aktiven der Wehr eintreffen, sind Berta und August Güth - sie ist 83, er 84 - an Ort und Stelle, sperren das Feuerwehrhaus auf, schalten den Funk ein und informieren sich über den Einsatzort. Da spielt es auch keine Rolle, ob es gerade drei Uhr früh ist - dann treten der gebürtige Westfale und seine Frau eben im Schlafanzug bzw. im Nachthemd zum freiwilligen Dienst an.
"Wenn die Ersten von uns am Feuerwehrhaus ankommen, ist das Wichtigste bereits erledigt. Der Einsatz des Ehepaars Güth spart uns kostbare Minuten. Minuten, die bei einem Brand oder einem Verkehrsunfall entscheidend sein können", weiß Franz Plattner, der 1. Vorstand der Kößlarner Feuerwehr, aus Erfahrung. Ohne die Unterstützung der Güths, da ist sich Plattner sicher, würde es die Wehr nicht so leicht schaffen, innerhalb von nur fünf Minuten ausrücken zu können.
Doch das Kößlarner Ehepaar steht nicht nur im Ernstfall, also pro Jahr durchschnittlich 15-mal, parat. Berta und August Güth sind seit mehr als 20 Jahren für die Feuerwehrler schlichtweg "Mädchen für alles". Sie kümmern sich um die Blumen am Feuerwehrgerätehaus, nehmen Lieferungen an, helfen mit ihrem Schlüssel aus, wenn einer der Feuerwehrkameraden seinen eigenen einmal vergessen hat, und stellen obendrein ihren Grund und Boden für Reinigungsarbeiten oder eine gemütliche Brotzeit zur Verfügung.
"Was die beiden für die Feuerwehr leisten, ist einfach einmalig. Sie sind die besten Nachbarn, die man sich vorstellen kann. Deshalb haben wir sie auch für den PNP- Weihnachtsstern vorgeschlagen. Den haben sie sich wirklich verdient", ist sich Kommandant Manfred Stieglbauer denn auch sicher.
"Das ist doch alles selbstverständlich", winken dagegen Berta und August Güth bescheiden ab. Und so war und ist es für die beiden auch "gar nicht der Rede wert", dass sie zum Beispiel vor mehr als 30 Jahren für den Bau des Gerätehauses ein Stück ihres Grundes abgetreten haben. "Für die Feuerwehr würde ich einfach alles tun", bringt August Güth, der übrigens das älteste Mitglied der Kößlarner Wehr ist, seine Hilfsbereitschaft auf den Punkt. Da versteht es sich schon fast von selbst, dass der frühere Zimmerer- Vorarbeiter und seine Frau für die Wehr "noch so lange es irgendwie geht" im Einsatz sein werden.


©Neue Presse VerlagsGmbHzurück


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